Am Sonntag wird mein Süßer mit mir Poppen! macht für mich mehr Sinn. Welcher Mann träumt schon von einer Frau, die vom Shoppen träumt? Ich bestimmt nicht. Nette Hausweibchen und adrette Konsumpüppchen waren noch nie meine Sache. Diese stumpfsinnige Konsumgesellschaft ist so etwas von pervers, das kann man gar nicht weiter pervertieren. Man kann sie auch nicht mehr weiter karikieren, sie treibt (nicht nur auf Plakaten) ihre eigene Karikatur auf die Spitze und entblößt in aller Öffentlichkeit schamlos ihre grenzenlose Dummheit und Borniertheit.
Gestern habe ich hier in Bluesdiary gleich eine ganze Reihe todtraurige Songs publiziert, u.a. natürlich auch Townes van Zandt, ein irrsinnig begnadeter Singer/Songwriter, der sich aber leider zu Tode gesoffen hat. Wen wundert’s, diese verrückte und gewalttätige Welt überleben nur wahre Helden.
Solomon Burke - Cruel World
Zu denen ich mich sicher nicht zähle. Seit der Tod meine Familie und meine Freunde ins Visier genommen und erbarmunglos abgeschlachtet hat, komme ich mir vor ein dreckiger, aus allen Poren schwitzender stinkender blutender Soldat, der auf dem Zahnfeisch über das Schlachtfeld des Lebens robbt, das aus jeder Richtung von Heckenschützen unter Beschuß genommen wird. Wer legt von wo auf mich an und wann trifft mich welche Kugel? Es ist schwer, sehr schwer, ständig mit solchen Todesgedanken und Todesängsten zu “leben”. Ich versuch’s trotzdem.
Ludwig Hirsch - I lieg am Ruckn
Sobald wir anfangen zu leben, drückt oben das Schicksal den Pfeil des Todes aus der Ewigkeit ab - er fliegt solange als wir atmen, und wenn er ankommt, hören wir auf. “O, stürben wir doch auch so alt und lebenssatt wie unser Jubel-Greis!” sagen dann diejenigen, deren Pfeile noch fliegen. — Jean Paul
Ludwig Hirsch - Komm, großer schwarzer Vogel
Memento!
Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang, nur vor dem Tode derer, die mir nah sind. Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Allein im Nebel tast ich todentlang und lass mich willig in das Dunkel treiben… Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr - und die es trugen, mögen mir vergeben. Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andren muss man leben!
Zu lieben ist gut: denn Liebe ist schwer. Liebhaben von Mensch zu Mensch: das ist vielleicht das Schwerste, was uns aufgegeben ist, das Äußerste, die letzte Probe und Prüfung, die Arbeit, für die alle andere Arbeit nur Vorbereitung ist. — Rainer Maria Rilke
Alle drei Minuten versucht in Deutschland jemand, sich das Leben zu nehmen, alle 47 Minuten gelingt das tatsächlich jemandem. Etwa 11.000 Menschen sterben jährlich durch eigene Hand (wobei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist), das sind mehr als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Gewalttaten und Aids zusammen. Der Welttag der Suizidprävention wurde erstmals am 10.September 2003 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen, um auf dieses ungelöste Menschheitsproblem und Tabuthema aufmerksam zu machen und auf verstärkte Bemühungen zu dringen, Selbsttötungen zu verhindern.
Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades. Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen; jeder strebt dennoch, es zu werden.
Es gibt wieder was zu Feiern im Eisbrecher.Net(zwerk): Beachtliche 1.000 Artikel habe ich hier seit dem 14. September 2006 publiziert. Keine Fließbandarbeit, keine Massenware, kein Mainstream, sonst gäbe es nicht Kommentare wie die von Manuela oder Uli:
Eine wirkliche Perle im WEB!!!! Ich werde sicher noch viele Stunden hier verbringen und dabei jede Menge lernen, bei guter Unterhaltung. Als Bonus bekomme ich dann auch noch das eine oder andere Programm - das Leben kann soooo schön sein ^_^ Liebe Grüße und ein großes Kompliment, Manuela
deine seite ist der absolute brüller. toll gemacht. hast du sonst kein leben? Uli Stein
Wie nach den Naturkundigern ein ganzes Pflanzen- und Tierreich sich niederschlagen mußte als Blumenerde und Unterlage für das Menschreich: so ist die Asche der schlimmeren Zeiten das Düngholz der bessern. - Jeder verbessere nur vor allen Dingen statt der Zeit sein Ich; dann gibt sich alles, weil die Zeit aus Ichs besteht.