Funny Games U.S. – ist absolut nicht lustig!

Jeder Mensch ist zu allem fähig, er muss nur in die entsprechende Situation kommen. Es sind die Verhältnisse, die den Menschen zu dem machen, was er ist. – Michael Haneke

Gerade hat in Las Vegas ein 64-jähriger Rentner 58 Menschen erschossen. Motiv unklar. In Funny Games terrorisieren zwei junge Männer eine Familie. Motiv unklar. Ein bedrückender, ein teuflischer Film, der einen traurig, wütend und ratlos zurückläßt. Wie ist so etwas nur möglich? Warum tun Menschen so etwas? Ich weiß es nicht. Wissen Sie’s?

George, Ann und ihr kleiner Sohn Georgie ahnen zunächst nicht, dass ihre idyllischen Sommerferien bald in einem Alptraum enden. Während Vater und Sohn das Segelboot zu Wasser lassen, bereitet Ann das Essen vor. Plötzlich steht Peter, der junge, sichtlich wohlerzogene Gast der Nachbarn in der Tür und bittet um ein paar Eier. Als er sie fallen lässt und neue verlangt, wird Ann stutzig. Bald taucht ein zweiter junger Mann auf – Paul. Aus dem scheinbar freundlichen Besuch wird ein offen perfider Machtkampf. Die beiden Eindringlinge fordern die Kleinfamilie zu einer eiskalten Wette auf: Entweder schaffen es die drei, sich innerhalb von 12 Stunden zu befreien oder sie sind tot. Ein Spiel mit vollem Einsatz und unberechenbarem Ausgang… – Amazon

Die Geschichte ist gleichermaßen schnell zu erzählen und schwer zu ertragen: Zwei junge Männer in weißen Golfhandschuhen massakrieren in einem schönen Wochenendhaus an einem schönen See eine Kleinfamilie samt Hund. Die Mechanik des Mordens, wie sie der österreichische Regisseur Michael Haneke in seiner vor gut zehn Jahren entstandenen ersten Version von „Funny Games“ gezeigt hat, war in ihrer rigorosen Darstellung bis dahin unerreicht. So kühl und so trickreich Hanekes perfektionistisch in Szene gesetzte Gewaltstudie auch daherkommt –-  im Kontext mit dem enthemmten Horrorkino der Gegenwart wirkt „Funny Games U.S.“ geradezu nostalgisch. – Spiegel

Stumpft uns die allgegenwärtige Gewalt auf sämtlichen Kanälen immer mehr ab? Werden Mord, Demütigung und Folter zum Gesellschafts- und Computerspiel? Regisseur Michael Haneke hat davor schon vor elf Jahren in seinem Film Funny Games gewarnt. Jetzt kommt das Remake in die Kinos: eine beklemmende Reflexion über den Zynismus der Bilder und das Leiden der Opfer, die heute aktueller ist denn je. – Kino-Zeit

In diesem Film wird Gewalt gezeigt auf eine so unerbittliche Weise, daß man sich förmlich im Kinosessel verkriechen und am liebsten nach Mama schreien möchte, auf daß sie einen aus diesem Alptraum erwecken möge. Haneke macht es dem Zuschauer unbequem. Zwar gibt er seinen Opfern auch die Chance, ihre Haut zu retten. Aber die „Bösen“ vereiteln alles. Harmoniesüchtige Kinogänger müssen diese Story hassen. – Spiegel

Wir werden Zeuge einer vers­tö­rend sadis­ti­schen Reise in den Wahnsinn eines kranken Spiels, welches Perver­sion allge­gen­wärtig, alltäg­lich und plausibel erscheinen lässt, ein Eindruck, der alles in Frage stellt, was einem sicher und heilig war, sofern man bereit ist, sich darauf einzu­lassen. Die Opfer hier sind versa­gende, wimmernde Verlierer. Die Erzähl­per­spek­tive lässt uns völlig aufge­schmissen und alleine mit dem Anblick gequälter und ernied­rigter, seelisch zerbro­chener Menschen. Wenn ein Film so brutal ist, warum geht man dann nicht einfach aus dem Kino, warum tut man sich so etwas frei­willig an? Ist es die Lust am Zuschauen, schnöder Voyeu­rismus, das Konsu­mieren einer Freakshow, Sensa­ti­ons­lust – warum bleibt man sitzen? Vers­tö­rend ist die hier darge­stellte Gering­s­chät­zung des Lebens, die konse­quente Miss­ach­tung der mensch­li­chen Würde auf allen Erzäh­le­benen. Warum also schaut man sich so etwas an? – Artechock

In den letzten 14 Jahren hatte ich keine Lust mehr, Filme zu machen. Ich liebe das Theater. Aber es war ein außergewöhnliches Angebot. Michael Haneke ist einer der besten Regisseure der Welt. – Jean-Louis Trintignant

critic.deWas stört Sie an der im Kino üblichen Darstellungsweise von Gewalt?

Michael Haneke: Dass sie dort ein Konsumartikel ist. In den meisten Medien wird Gewalt immer als konsumierbar dargestellt. Ob das jetzt in der dokumentierten Form der Nachrichten ist oder im Spielfilm, wo es tausend Möglichkeiten des Konsumierbarmachens, vom Humor bis zur Übertreibung, gibt. Das ist eine relativ gefährliche Situation, weil die Gewalt dadurch selbstverständlich wird. Wir haben uns an sie gewöhnt, und sie ist dauernd in unserem Bewusstsein. Es geht nicht darum, dass man Gewalt nicht zeigen darf, sondern darum, wie man Gewalt zeigt. Es steht außer Frage, dass Gewalt in der Welt existiert. Die Frage ist nur, wie ich sie im Medium Film angemessen darstelle. Angemessen heißt, wie gebe ich ihr jenen fürchterlichen Schrecken wieder, den sie in Wirklichkeit hat?

Funny Games U.S.

Herzlich : Rudis Filmpalast : Willkommen

Unsere Augen verschaffen uns eine Menge Freuden.
Robert Walser

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Autor: Rudi

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